zusammenarbeit - Inklusion in eine gemeinsame Arbeitswelt
ZUSA Inklusion

„Einfach machen!“: 2. ZUSA-Inklusionsevent begeistert 150 Gäste

ERLANGEN/HEZOGENAURACH – Einfach machen. Nicht allein, sondern mit Unterstützung. Das war der deutliche Aufruf an die anwesenden Arbeitgeber beim 2. ZUSA Inklusionsevent im PUMA Brand Center in Herzogenaurach. In einem kurzweiligen Programm stellte sich das vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales geförderte Projekt „ZusammenArbeit - Inklusion in eine gemeinsame Arbeitswelt“, kurz ZUSA, vor. Ziel war und ist es, Unternehmer und Arbeitgeber dazu zu ermutigen, schwerbehinderten Menschen in ihrem Unternehmen einen Arbeitsplatz anzubieten.

In ohnehin sportlicher Umgebung holten sich die ZUSA-Projektakteure und ihre rund 150 Gäste unter dem Motto „Respekt. Vor Leistung!“ weitere prominente Unterstützung aus der Sportwelt. Die Schirmherrschaft des Abends übernahm der Direktor Skisprung der FIS (Fédération Internationale de Ski) Walter Hofer, der einige „ZUSAner“ bereits im Dezember 2016 zum Weltcup-Skispringen im sächsischen Klingenthal eingeladen hatte. „Werde ich gefragt, ob ich bei der Siegerehrung dabei war, sage ich immer: Der Sieger braucht gerade keine Begleitung. Der, der nicht ganz vorne dabei ist, braucht Unterstützung.“ Die Aussage, dass Inklusion im Sport leichter gelingt als in anderen Lebensbereichen, sieht Hofer kritisch. Auch hier müssten die Rahmenbedingungen vermehrt so gesteckt werden, dass Menschen mit unterschiedlichen Voraussetzungen die gleichen Chancen haben. Gleiches gelte auch für die Arbeitswelt.

 

Inklusion ist umsetzbar

Schützenhilfe erhielt Walter Hofer von der Beauftragten der Bundesregierung für die Belange von Menschen mit Behinderungen, Verena Bentele. „Mein Inklusions-Traum wäre tatsächlich, dass mein Amt überflüssig wird, weil Inklusion längst selbstverständlich geworden ist“, erzählt die ehemalige Leistungssportlerin und Politikerin. Die von Geburt an blinde Sportlerin wurde bis zum Ende ihrer Sportkarriere 2011 als Biathletin und Skilangläuferin viermal Weltmeisterin und gewann zwölf paralympische Goldmedaillen. „Natürlich kann man als Blinde nicht Skispringerin werden. Aber mit einem Begleitläufer auf der Strecke und durch Unterstützung eines akustischen Signals am Schießstand, wurden für mich Rahmenbedingungen geschaffen, in denen ich im Biathlon Spitzenleistungen erbringen konnte. Da kann man sich doch einiges für die Arbeitswelt abschauen“, findet Verena Bentele. Wie diese Rahmenbedingungen konkret in der Arbeitswelt aussehen können, verdeutlichte Karl-Heinz Miederer, Geschäftsführer der ACCESS Integrationsbegleitung gGmBH und einer der Projektverantwortlichen des Inklusionsprojekts. Mittels sorgsam definierter Angebote schafft es ZUSA, sogenannte arbeitsmarktferne schwerbehinderte Menschen über Aktivierung, Qualifizierung und intensive Begleitung wieder in den ersten Arbeitsmarkt zu bringen. Auch Peter Pfann, Werkstattleiter Reha in den Regnitz-Werkstätten gGmbH, ist überzeugter ZUSA-Projektpartner. Er bietet ZUSA-Teilnehmern die Möglichkeit, in sogenannten Arbeitserprobungen über mehrere Schritte wieder in den Arbeitsalltag zu finden, ihre Fähigkeiten zu entdecken und sich für ganz unterschiedliche Arbeitsbereiche zu qualifizieren – beispielsweise in der Küche oder im Catering, in der Schreinerei oder der Metallbearbeitung. „In den Arbeitserprobungen fassen die Teilnehmer wieder Selbstvertrauen, erlernen Neues und können so wieder auf dem ersten Arbeitsmarkt durchstarten“, sagt Pfann.

 

Inklusion bereichert

„Menschen mit Behinderungen gelten oft als eine Art Hemmnis für den Arbeitsalltag“, erzählte Nadine Küster, General Secretary DACH bei Danone im großen Schlusstalk. Mit ihr und Dietmar Knöss von Gastgeber PUMA, waren in dieser Runde zwei Unternehmen vertreten, die sich sehr für Inklusion in ihren eignen Reihen engagieren. „Wir haben ganz im Gegenteil die Erfahrung gemacht, dass sie ein absoluter Gewinn sind.“, so Küster. „Unsere Mitarbeiter, die über ZUSA zu uns gekommen sind, bereichern unser Unternehmen und unser Team mit ihrem Wesen und ihrer anderen Sicht auf die Welt. Ich kann nur jedem Arbeitgeber hier in der Region sagen: einfach machen!“

Bundesministerium für Arbeit und Soziales