zusammenarbeit - Inklusion in eine gemeinsame Arbeitswelt
ZUSA Inklusion

„Stolz auf jede einzelne Integration“: Projekt zur Vermittlung von Schwerbehinderten in den Arbeitsmarkt zieht Zwischenbilanz

115 Aktivierungen und 16 vermittelte schwerbehinderte Projektteilnehmer innerhalb der ersten 12 Monate – Leicht realisierbare Einstiegsszenarien, Aufklärung und Begleitprogramme für Unternehmen – Förderprojekt erfährt Unterstützung aus Unternehmerkreis in Erlangen und dem Landkreis Erlangen-Höchstadt

ERLANGEN – Vor gut einem Jahr am 1. April 2015 fiel der Startschuss für das Projekt ZusammenArbeit – Inklusion für eine gemeinsame Arbeitswelt (kurz ZUSA). Der Rückblick auf die vergangenen 12 Monate zeigt, dass alle am Projekt Beteiligten viel geschafft haben, es gleichzeitig aber auch noch viel zu tun gibt. Im ersten Projektjahr begleitete ZUSA in unterschiedlichen Projekten und Einrichtungen 115 Teilnehmer/innen, die lange Zeit im SGB-II-Bezug waren. Sie gehören zu den rund 550 arbeitslosen Personen mit Schwerbehinderung aus der Stadt Erlangen und dem Landkreis Erlangen-Höchstadt. Von diesen 115 Teilnehmer/innen konnten bereits 16 in eine feste Anstellung gebracht werden. Axel Lindner, Leiter der GGFA AöR, die im Jobcenter der Stadt Erlangen für Aktivierung und Integration verantwortlich zeichnet: „Wir sehen dies als großen Erfolg. Knapp 60 Prozent der Betroffenen sind älter als 50 Jahre und fast 45 Prozent waren länger als vier Jahre arbeitslos. Da sind wir natürlich stolz auf jeden Einzelnen, da es unabhängig von Zahlen und Statistiken ja um die Begleitung von persönlichen Geschichten geht.“

Vorhandenes Potenzial heben

Das gilt umso mehr, wenn man bedenkt, dass Erlangen und der Landkreis Erlangen-Höchstadt mit 4,3 bzw. 2,3 Prozent zwar eine geringe Arbeitslosenquote vorweisen können, dem gegenüber jedoch eine zunehmende Zahl arbeitssuchender, schwerbehinderter Menschen steht: aktuell knapp 12 Prozent. „Viele Betriebe haben oft einfach Angst vor den möglichen Herausforderungen, die die Anstellung eines Schwerbehinderten mit sich bringen könnte“, erklärt Karl-Heinz Miederer, Geschäftsführer von ACCESS Integrationsbegleitung. „Wir möchten mit unserer Arbeit Unternehmen dazu motivieren, sich den Herausforderungen bei der Beschäftigung von Menschen mit Schwerbehinderung zu stellen.“ Hier schafft ZUSA seit einem Jahr durch verstärkte Hilfestellung und Aufklärung in den Betrieben Abhilfe; ergänzt werden diese Maßnahmen durch Informationsveranstaltungen und Kontaktformate wie den Inklusionslunch und den Arbeitgeberstammtisch sowie einen regelmäßigen Newsletter.

Wandel in der Wahrnehmung

Erklärtes Ziel ist es, „das Thema Inklusion auf die Agenda der regionalen Arbeitgeber zu setzen“, so Miederer. Es gehe um einen Wandel in der Wahrnehmung, damit Inklusion nicht länger abstrakt bleibt. Dazu wurden im ersten Jahr leicht zu realisierende Einstiegsszenarien und Beratungsstrukturen geschaffen, durch die die Vorbehalte der Wirtschaft schon in vielerlei Hinsicht abgebaut werden konnten. Und auch Lindner blickt optimistisch in die Zukunft: „Wenn es nach uns geht, kann unser Modellprojekt in den kommenden Jahren noch stärker als bisher einen wertvollen Beitrag leisten, dem Arbeitskräftemangel entgegenzuwirken.“ Dazu setzt ZUSA auch große Hoffnungen in die Verstärkung der Unternehmensbesuche und die Entwicklung eines „Zertifikats für Inklusion“. Es soll Unternehmen auszeichnen, die Menschen mit Schwerbehinderung beschäftigen.

Die Idee

Das Projekt ZUSA hilft dabei, arbeitssuchende Menschen mit Behinderung dauerhaft in Festanstellung zu bringen. Dazu durchlaufen die Teilnehmer einen mehrstufigen Beratungs- und Qualifikationsprozess, beginnend mit einem beruflichen Profiling und der Identifikation wichtiger Schlüsselqualifikationen. Danach folgt in der Regel die Orientierung in Werkstätten und Sozialbetrieben, bevor die Teilnehmer sich wieder auf dem ersten Arbeitsmarkt erproben. Das bis März 2018 laufende Förderprojekt strebt langfristige Beschäftigungsverhältnisse an und tritt dazu an Arbeitgeber der Region heran, die in allen relevanten Angelegenheiten von ZUSA unterstützt und beraten werden.

Bundesministerium für Arbeit und Soziales