zusammenarbeit - Inklusion in eine gemeinsame Arbeitswelt
ZUSA Inklusion

Inklusion ist eine Chance für Unternehmen

Förderprojekt „ZusammenArbeit“ will in den kommenden drei Jahren in der Stadt Erlangen und im Landkreis Erlangen-Höchstadt schwerbehinderte Menschen verstärkt in den Arbeitsmarkt integrieren – Beitrag zur Bekämpfung des Fachkräftemangels – Zusammenschluss von zehn Projektpartnern unter der Federführung des Jobcenters der Stadt Erlangen.

Förderprojekt „ZusammenArbeit“ will in den kommenden drei Jahren in der Stadt Erlangen und im Landkreis Erlangen-Höchstadt schwerbehinderte Menschen verstärkt in den Arbeitsmarkt integrieren – Beitrag zur Bekämpfung des Fachkräftemangels – Zusammenschluss von zehn Projektpartnern unter der Federführung des Jobcenters der Stadt Erlangen.

Erlangen – Unter dem Titel „ZusammenArbeit – Inklusion in eine gemeinsame Arbeitswelt“ (ZUSA) will ein Konsortium aus zehn Projektpartnern Arbeitgeber vor allem in der Stadt Erlangen und im Landkreis Erlangen-Höchstadt überzeugen, mehr Beschäftigte mit Schwerbehinderung einzustellen. Unter der Federführung des Jobcenters der Stadt Erlangen konnten für dieses auf drei Jahre angelegte Vorhaben Fördermittel in Höhe von über 1,6 Millionen Euro aus dem „Programm der Bundesregierung zur intensivierten Eingliederung und Beratung von schwerbehinderten Menschen“ eingeworben werden. Die Projektpartner überzeugten die Jury mit einem Konzept, das mit einem breiten Projektverbund darauf setzt, arbeitslose und arbeitsuchende Menschen mit Schwerbehinderung aus der Stadt Erlangen und dem Landkreis Erlangen-Höchstadt gezielt für den Arbeitsmarkt fit zu machen und zugleich auf Seiten der Wirtschaft Barrieren und Vorbehalte abzubauen.

Im Förderzeitraum April 2015 bis März 2018 sollen etwa 250 Menschen mit Schwerbehinderung für den Arbeitsmarkt aktiviert sowie mehr als 700 potenzielle Arbeitgeber kontaktiert werden. „Unser Ziel ist es natürlich“, so Axel Lindner, Vorstand der kommunalen GGFA, die im Jobcenter für die Integrationsleistungen verantwortlich ist, „dass durch ZUSA möglichst viele arbeitsuchende, schwerbehinderte Menschen einen dauerhaften Arbeitsplatz finden.“ Bevor die Teilnehmer von ZUSA ein erstes Praktikum im Betrieb absolvieren, werden sie zunächst in einer etwa dreimonatigen Trainingsphase von professionellen Inklusionsbegleitern der ACCESS Integrationsbegleitung gGmbH für ihren Einsatz fit gemacht. Danach folgt eine Arbeitserprobung in den Integrations- und Sozialbetrieben sowie in den Werkstätten für Menschen mit Behinderung der beteiligten Projektpartner. Im gesamten Projektzeitraum, also auch bei ihrem Einsatz als Praktikanten, werden die Teilnehmer intensiv von ihren Inklusionsbegleitern gecoacht. Lindner: „Wir sind überzeugt, dass auf diese Weise betroffene Erwachsene und auch Jugendliche über Aktivierung, Qualifizierung und intensive Begleitung in sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse gebracht werden können.“ Das Besondere an diesem Projekt ist, dass auch arbeitsuchende Schwerbehinderte in das Projekt aufgenommen werden können, die kein Arbeitslosengeld mehr erhalten oder keine SGB II-Leistungen bekommen.

„Wir begrüßen diese Initiative außerordentlich“, betont Erlangens Oberbürgermeister Dr. Florian Janik. Die Stadt Erlangen hat sich bereits in der Bewerbungsphase dafür ausgesprochen, nach Möglichkeit auch selbst Praktikumsplätze zur Verfügung zu stellen. Weitere sieben Unterstützungs- und Absichtserklärungen aus Wirtschaft und von öffentlichen Einrichtungen liegen dem Antrag ebenfalls bei. Vorbildfunktion sieht auch Landrat Alexander Tritthart für den Landkreis Erlangen-Höchstadt: „Gerade in Zeiten des Fachkräftemangels ist es wünschenswert, dass auch Menschen mit Schwerbehinderung eine Chance auf einen festen Arbeitsplatz bekommen.“

Karl-Heinz Miederer, Geschäftsführer der ACCESS Integrationsbegleitung gGmbH, ist optimistisch, dass ZUSA „für die Wirtschaft weitere interessante Recruiting-Möglichkeiten eröffnet“. Erwiesenermaßen handelt es sich bei diesen potenziellen Mitarbeitern nicht selten um besonders motivierte Kollegen, die überdies entscheidende Beiträge zur Teambildung und Identifikation mit dem Unternehmen leisten. Miederer: „Inklusion ist eine große Chance, die Loyalität und den Zusammenhalt in Teams zu erhöhen.“

Die Initiatoren von ZUSA punkteten beim Bundesministerium für Arbeit und Soziales unter anderem mit einem ungewöhnlichen Akteur: Die Erlanger Kommunikationsagentur Birke und Partner ist als Projektpartner für die Ansprache der Unternehmen, intensive Netzwerkarbeit und für eine breite Aufklärungsarbeit dabei. „Es wird darum gehen, Vorbehalte in der Wirtschaft und bei Organisationen abzubauen“, betont Geschäftsführer Ralf Birke. „Inklusion ist ein bedeutendes gesellschaftliches Thema, das wir in den Unternehmen tiefer verankern wollen.“

Ralf Ullok, Personalleiter beim Unternehmen „Der Beck“, das bereits etliche Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderung bietet, ergänzt: „Ein Unternehmen wie Der Beck sollte immer den Querschnitt einer Gesellschaft widerspiegeln. So arbeiten bei uns Menschen mit Behinderung genauso wie Menschen ohne Behinderung. Aus unserer Erfahrung können wir sagen, dass alle Mitarbeiter, ob mit oder ohne Beeinträchtigung, grundsätzlich gleichermaßen engagiert bei der Arbeit sind.“

Die Projektpartner sind neben dem projektverantwortlichen Jobcenter der Stadt Erlangen, die Agentur für Arbeit Fürth mit ihrer Geschäftsstelle Erlangen, das Jobcenter Erlangen-Höchstadt sowie ACCESS Integrationsbegleitung gGmbH, Birke und Partner GmbH, Soziale Betriebe der Laufer Mühle gGmbH, Regnitz-Werkstätten gGmbH, Lebenshilfe Erlangen-Höchstadt (West) e. V. mit INTEC gGmbH, WAB Kosbach gGmbH und wabe e. V. Erlangen mit wabe Erlangen gGmbH.

Im Spätsommer plant ZUSA eine große Auftaktveranstaltung, bei der vor allem potenzielle Arbeitgeber über das Projekt informiert werden. Ab sofort können sich interessierte Unternehmen mit ZUSA in Verbindung setzen. Unter www.zusa-inklusion.de ist ein entsprechendes Kontaktformular zu finden.

Ansprechpartner für die Redaktionen:


Jobcenter Stadt Erlangen
GGFA AöR
Axel Lindner
Nürnberger Straße 35
91052 Erlangen
Tel.: 09131 9200-1111
E-Mail: lindner.axel@ggfa.de
www.jobcenter-stadt-erlangen.de

 

ACCESS Integrationsbegleitung
Menschen mit Behinderung im Arbeitsleben gGmbH
Karl-Heinz Miederer
Michael-Vogel-Straße 1c
91052 Erlangen
Tel. 09131 897444
E-Mail: kh.miederer@access-ifd.de
www.access-ifd.de

 

Birke und Partner GmbH
Kommunikationsagentur
Silke Wilpert
Marie-Curie-Straße 1
91052 Erlangen
Tel. 09131 8842-17
E-Mail: silke.wilpert@birke.de
www.birke.de

Bundesministerium für Arbeit und Soziales